Es Castell & die Burg Sant Felip

Es Castell war Vorort der Burg Castillo de Sant Felip, welche im 16. Jahrhundert am linken Ufer der Hafenmündung von Maó, erbaut wurde. Obwohl es nur mehr wenige Überreste dieser bedeutenden Festung gibt, ist Es Castell heute ein beliebter, ‚belebter‘ und stark besuchter Ort, weil der geschichtliche Hintergrund des Ortes so interessant ist.

Im 16. und 17. Jahrhundert bauten viele Familien ihre Häuser hinter den Burgmauern von Sant Felip auf. Sie suchten nämlich Schutz vor den ständigen Piratenangriffen. Die Festung wurde nach einem brutalen Überfall von Barbarrossa erbaut. Auftrag dazu gab Felipe der II. und die Pläne erstellte der Italiener Gianbattista Calvi. Die erste Ansiedlung, der erste Ortskern sozusagen, kannte man unter den Namen ‚S’Arraval de Sant Felip‘ (der Vorort von Sant Felip).

Danach änderte sich der Name mehrmals. Die Engländer eroberten die Burg im Jahre 1708 und erweiterte sie nach der Unterzeichnung des Abkommens von Utrecht im Jahre 1713. Gegen die Häuser, die sich im Umkreise der Befestigungsmauern befanden, wurden ebenfalls Maßnahmen ergriffen. Aufgrund einer Initiative des General Moystin, wurde Häuser zwischen den Buchten Cala Font und Cala Corb errichtet und jene Häuser, die vorher dort standen abgerissen.

Die Ortschaft wurde auf ‚Georgestown‘ umbenannt, und zwar nach George, dem III. von England. Doch die Leute nannten die Ansiedlung ‚S’Arraval Nova‘ (der neue Vorort). Mackellar ist für das Design verantwortlich, das heute das Zentrum dieses außerordentlichen Ortes ist. Es handelt sich um eine Gruppe von Häusern, die linear und symmetrisch um den Burgplatz herum, stehen.

Im Jahre 1782, als Spanien die Insel Menorca wieder eroberte, änderte sich erneut der Name, und zwar diesmal zu Ehren Karl III. auf ‚Real Villa de San Carlos‘. Komischerweise war es auch jener König, der die Zerstörung der Burg befahl. Die Ruinen können heute besichtigt werden. Man sieht beispielsweise Überreste der Festigungsmauern, verschiedenen Tunnel und eine Kanone aus dem 18. Jahrhundert. Das Namen Potpourri ging weiter: Man änderte zunächst auf ‚Villacarlos‘ und zuletzt auf ‚Es Castell‘.

Die Straßen und Gassen der Ortschaft sind voll von diversen Läden, Lokalen und interessanten Unterhaltungsstätten, wie beispielsweise Bar Salón, einem Theater aus dem Jahre 1875 das als Kabaret umfunktioniert wurde, oder Die Bar Sinia, welche sich in einem alten Steinbruch befindet.

Der Burgplatz Plaça des Castell überrascht wegen der großen Baracken, die dort stehen. Hier befindet sich auch das Militärmuseum von Menorca, in dem sich eine äußerst interessante Sammlung über die Geschichte der Burg Sant Felip befindet.

Militärmuseum von Menorca Calle Isabel II, 20. Es Castell. Tel.: +34 971 362 100. Montags, Donnerstags und jeweils erster Sonntag des Monats von 11:00 bis 13:00 Uhr geöffnet.

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